Besser shoppen mit smartem Licht: Professor Brengmans Farbkasten

Profi-Fotografen streiten leidenschaftlich: Muss ein gutes Foto in Farbe sein, weil der Mensch nun mal Farben sieht, oder ist Schwarz-weiß ästhetischer? Professor Malaika Brengman trägt zwar ein schwarz-weißes Kleid, sie sagt aber: „Farbe muss sein.“ Nicht nur auf Fotos und in der Mode, sondern im Wirtschaftsleben generell. In Läden beispielsweise.

Für ihre Dissertation hat sich die Belgierin damit befasst, wie die Farben in Läden das Kaufverhalten der Kunden beeinflussen. Ihre Ergebnisse kann man in zwei Sätzen zusammenfassen: Erst Farben machen einen Laden attraktiv. Aber vielen Händlern ist das nicht klar.

Wie man mit Farbe Kunden fängt, hängt nicht nur mit der Wandfarbe zusammen, sondern auch mit dem Licht, wie Brengman beispielsweise auf der letzten Philips Food Illuminesca veranschaulichte. „Es gibt jedoch keine wissenschaftlichen Erkenntnisse, welche Bedeutung überwiegt“, sagt die Professorin der Vrije Universiteit in Brüssel. Die Farbe des Lichts können Ladenbesitzer natürlich flexibler ändern. „Das sollten sie unterlassen, wenn sie eine Farbe gefunden haben, die gleichsam als Erkennungsmerkmal gilt.“ Keine Experimente, heißt es dann.

Die Wissenschaftlerin darf freilich Versuche zuhauf anstellen, sie kann ja niemand außer ihre Probanden verschrecken. So hat sie in einem Experiment herausgefunden, dass sich Kunden in blau gehaltenen Geschäften schneller dazu hinreißen lassen, einen neuen Fernseher zu kaufen als in roten Läden. Und teurer seien die auch noch.

„Zweidrittel der Kaufentscheidungen fallen erst im Laden“, sagt sie. Das muss der Verkäufer fördern, durch nettes Personal, säuselnde bis coole Musik, womöglich Duft von Rosenduft oder Brötchen und Farben, die er mag.

Malaika Brengman auf der Philips Food Illuminesca

Läden in Rot zu tünchen ist heikel. Die Farbe wird von Kunden mit Rabatt verbunden, aber auch mit Liebe, auch käuflicher. Gelb-Grün sollen Verkäufer generell meiden, sonst erwacht bei potentiellen Käufern der Fluchtreflex. Doch die mögen doch bitte möglichst lange bleiben, um eifrig einzukaufen. Dabei helfen angenehme Farben und darauf abgestimmtes Licht. Das darf sogar in Umkleidekabinen variieren: Heller dort, wo Business-Anzüge probiert werden, festlicher wo es um Abendkleider geht.

Manche Ketten haben es sich freilich zum Markenzeichen gemacht, Licht aufs Minimum zurückzustutzen. Der Modekonzern Abercrombie&Fitch beispielsweise „taucht seine Kunden in Dunkelheit“. Schummrig, dunkel sind die Geschäfte. „Das erinnert an Club-Atmosphäre“, meint die Wissenschaftlerin. Coole Kunden brauchen lediglich Spotlights auf Jeans und T-Shirt, schließlich kaufen sie nicht nur Schwarz-Weiß-Klamotten.

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