[Lichtgestalten] Moritz Waldemeyer: Der mit dem Licht-Pinsel designt

[Lichtgestalten] Moritz Waldemeyer: Der mit dem Licht-Pinsel designt

Moritz Waldemeyer versucht die Erwartungen zu dämpfen. „Die Leute sind absolut Atemberaubendes gewohnt“, sagt er und meistens kann der Lichtdesigner den Wunsch ja erfüllen. „Man muss die Begeisterung aber unter Kontrolle halten.“ Noch so ein Satz, der kokett klingen mag, der jedoch von seiner Bescheidenheit zeugt. Er muss ja nicht damit prahlen, dass er noch unendlich viele Ideen im Kopf hat.

Der Hallenser mit Wohnsitz in London beschießt für seine Lichtkunst Modells des Modezars Hussein Chalayan mit Laserstrahlen, er lässt für Mercedes Tänzer mit Lichtschwertern LED-Skulpturen in die Luft schneiden und schickt Take That mit blinkenden Video-Jacken voller LED auf die Bühne.

In vielen seiner Kunstwerke bringt Waldemeyer hunderte, ja tausende LED zum Leuchten. Er sei ein Maler, der statt Pinsel Elektronik und LED nutzt. „Die sind noch lange nicht ausgereizt“, schwärmt er: „Mit denen können wir Künstler verrücktes Zeug machen.“ Routine kann es da nicht geben. „Das macht den Reiz aus.“ Ausgetretene Wege mag er nicht.

Deshalb ist Waldemeyer, Jahrgang 1974, mit gerade mal 21 Jahren nach London gezogen und hat sich im King’s College eingeschrieben. Mechatronik klingt zwar wenig hip, doch für Waldemeyer war das genau das richtige Fach. „Da ist alles drin: Maschinenbau, Elektronik, Informatik.“ Das richtige Rüstzeug in der richtigen Stadt, die vor Kreativität vibriert.

Den Weg in die Welt des Designs ebnete ihm die Dotcom-Blase an der Wende des Jahrtausends. „Es gab keine Limits, die Budgets waren grenzenlos“, erinnert er sich. Als Student hat er für Philips über Zukunftstrends nachgedacht. Ursprünglich ging es um Consumer Electronic. „Wir durften aber spinnen, wie wir wollten, völlig ins Blaue hinein forschen.“

Nach dem es mit den goldenen Zeiten der jungen Internet-Firmen vorbei war, arbeitete Waldemeyer für Swarovski und DuPont und sah sich als Pulloverträger plötzlich in der Mailänder Modewelt wieder.

Heute gibt es eigentlich keinen Kundenwunsch, an den er sich nicht heranwagt. Allenfalls Laser und OLED steht er skeptisch gegenüber.

Über laufende Projekte möchte Waldemeyer nicht sprechen. „Das bringt Unglück.“ Soviel verrät er: „Es wird spektakulär.“ Wie alles, was er macht.

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