[Lichtgestalten] Andrea Rayhrer: Denkt sie an Licht, wird sie sensibel

Andrea Rayhrer kam über den Spiegel zum Thema Licht. Und zwar nicht über den aus Glas, sondern über das Nachrichtenmagazin „Spiegel“ aus Hamburg. „Dort war immer ganzseitige Werbung von Erco. Die hat mir sehr gefallen“, erzählt sie. Da war sie gerade mal 17 Jahre alt.

Nach dem Studium rief sie frech bei dem Unternehmen an. „Kommen Sie in zwei Stunden vorbei“, bekam sie zur Antwort – und hatte umgehend einen Job in der Presseabteilung. „Dabei hatte ich damals keine Ahnung vom Thema Licht.“ 27 Jahre ist das her.

Mittlerweile ist die Werbekauffrau Rayhrer längst eine Expertin. Zunächst war Learning by Doing angesagt, gleichzeitig wurde sie im Unternehmen geschult. Nach zweieinhalb Jahren wurde sie zur Abteilungsleiterin befördert.

1997 zog Andrea Rayhrer von Lüdenscheid nach Stuttgart um. „Wegen der Liebe.“ Ihr damaliger Chef wollte sie gern halten, musste aber einsehen, dass er „gegen einen Mann chancenlos ist“.

In Stuttgart wollte Andrea Rayhrer weiterhin im Arbeitsfeld Design bleiben, fand jedoch keinen Job, der ihr gefiel. Also hat sie sich mit einem Kommunikationsbüro selbständig gemacht. „Ich kann doch was, ich habe ja Kontakte“, sagte sie sich selbstbewusst. Jetzt entwickelt sie PR-Strategien, formuliert Pressemitteilungen und Katalogtexte. Außerdem schreibt sie für Fachmagazine.

„Licht ist ungeheuer aufregend“, meint die 51-Jährige strahlend und spricht von „Lichtsensibilität“, die mehr und mehr gewachsen sei. Bei ihr selbst und in der Gesellschaft. Dabei geht es ihr weniger um Dekoration. „Das erschöpft sich schnell.“ Spannender findet sie es, wie man Räume mit Licht gestaltet. Freunde müssen manchmal einen Rat von ihr akzeptieren wie: „Strahler zu kaufen, das geht ja gar nicht!“

Die Einführung von Halogen-Lampen hat sie begleitet, fand die Entwicklung jedoch nicht revolutionär. Das ist jetzt anders. „LED und OLED krempeln alles um“, sagt sie und meint damit weniger die Technik, als die Möglichkeiten, die sich Designern eröffnen. „Es ist spannend zu sehen, was sich als Spielerei herausstellt und was sich durchsetzt.“

Wie gehen Architekten mit dem Flächenlicht um, das OLED ermöglichen? Schätzen es Kunden, dass sich keine Lichtquelle orten lässt, oder reagieren sie irritiert? Wie stark experimentieren Menschen im Privaten mit Apps, wodurch ihre Ansprüche wachsen?

Solche Fragen treten in den Hintergrund, wenn Andrea Rayhrer zum Wandern in die Berge fährt. Noch lieber reist sei nach Kreta. „Dort ist das Licht so schön, dass ich nicht an die Arbeit denke.“

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