[Lichtgestalten] Winfried Lambertz: Kein Einkauf in der Dunkelkammer

Wenn Winfried Lambertz die „Galeria Kaufhof“ am Berliner Alexanderplatz betritt, staunt er jedes Mal. „Die kommen mit einer Art von Leuchte aus“, sagt er anerkennend. Ohne viel Firlefanz und doch eindrucksvoll, keine Einheitsbeleuchtung, sondern Akzente hier und dort. Lambertz kennt ganz anders beleuchtete Geschäfte, die er jedoch nicht beim Namen nennen möchte. Zu schrill, zu dunkel, beides mag er nicht.

Seit rund 30 Jahren beschäftigt sich Lambertz damit, was Läden attraktiv macht, seit 15 Jahren als Chefredakteur der Fachzeitschrift „stores&shops“. In dieser Funktion berichtet er auch über den weltweit ausgeschriebenen „RetailDesignAward“.

Lambertz, Mitte 50 und studierter Kaufmann, hat schon so manchen Trend kommen und gehen sehen. Der gewollten Dunkelheit in den Läden der US-Modefirma „Abercrombie & Fitch“ gibt er maximal noch zwei Jahre. „Ich will doch nicht in der Dunkelkammer einkaufen.“ Dabei liege die Kette nicht falsch, sich und die Marke zu inszenieren. „Läden müssen eine Dramaturgie haben“, sagt Lambertz. Wolle der Einzelhandel gegen den Onlineversand bestehen, sei die Inszenierung unverzichtbar.

Er selbst setzt auf eine Mischung aus Altbewährtem und Hochmodernem. „Ich will ganz traditionell persönlich beraten werden“, sagt er. Kümmere sich kein Verkaufspersonal um ihn, betrete er das Geschäft nie wieder. Anders sieht es aus, wenn Verkäufer Tablet-Computer in Händen halten und fragen, ob sie behilflich sein können.

„Toll, wenn Läden neue Wege gehen.“ Faszinierend findet er auch Kiosk-Terminals, an denen Kunden in Geschäften Ware bestellen können, die im Moment nicht vorrätig ist. „Online-Welt auf die Fläche bringen“, nennt er das.

„Der Einzelhandel hat gegen den Internethandel eine Chance “, davon ist Lambertz überzeugt. Er vergleicht das gern mit dem Abgesang auf gedruckte Zeitungen und Magazine. „Hochwertige Angebote mit Premiumcharakter bestehen“, sagt er.

Dabei weiß der erfahrene Journalist, dass er manche Themen immer wieder aufgreifen muss. Eines davon ist der Einzug der LED-Technologie. „Das fängt damit an, wiederholt zu erklären, wie LED überhaupt funktioniert und wie man sie einsetzt.“

Beispielsweise in einer Kühltruhe voller Fische. Meerestier und Lichtquelle störten sich dort nicht. Bei einer herkömmlichen Birne gehe Energie verloren, weil die Truhe auch Glühfaden und Glas kühlt.

Bei LED lasse jeder Lichtstrahl die Fische lecker aussehen. Manchem wird dieser Zusammenhang erst nach Lektüre der Artikel aus Lambertz Feder klar, und er ist zufrieden.

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