Gegen Plastikmüll: Hängeleuchten von australischen Ureinwohnern aus ausgedienten PET-Flaschen

Eigentlich wurde das „PET Lamp“-Projekt in Kolumbien aus der Taufe gehoben, um Plastikflaschen wiederzuverwenden, die den Amazonas verschmutzen. Entstanden sind daraus einzigartige Hängeleuchten aus zu Streifen geshreddertem Plastik von weggeworfenen Einweg-Flaschen.

Kurz darauf schwappte die Initiative des spanischen Designers Alvaro Catalán de Ocón nach Chile, später nach Japan und Äthiopien. Immer wieder der Ansatz verfolgt, dem globalen Plastikmüllproblem rund um den Planeten mit lokalem Engagement zu begegenen und gleichzeitig die jeweilige Handwerkskunst zu fördern. Inzwischen hat das nachhaltige Sozial-Projekt den fünften Kontinent erreicht: In Australien bringen die Initiatoren entsorgte Plastikflaschen mit der Kunst der australischen Urbevölkerung zusammen.

Wunderschön nachhaltig: Upcycling von PET-Flaschen mit traditioneller Kunst

Die Aborigines vom Stamm der Yolngu, die Downuner das nordöstliche Arnhem Land bewohnen, stellen aus den Blättern der Pandanus-Palmen prächtige Matten mit traditionellen Mustern her – und zusammen mit PET-Lamp-Gründer Alvaro nun nach allen Regeln der jahrhundertealten Kunst auch Lampenschirme.

Frisch gepflückte Pamlblätter werden gekocht, durch Zugabe von speziellen Wurzeln oder einem Mix aus Asche und zerstoßener Eukalyptusrinde gefärbt und in der Sonne getrocknet. Dann machen sich die Flechterinnen an die Arbeit.

Für „PET Lamps“ konnten mehrere Yolngu-Frauen gewonnen werden. Jede Flechterin verarbeitete zunächst jeweils eine ausgediente Plastikflasche zu einer Hängeleuchte. Im Geiste der spirituellen Aborigines-Kunst wurde allerdings aus den einzelnen Flechtwerkstücken (mit jeweils dem Flaschenhals im Zentrum für die Lampenfassung) zwei weit ausladende Licht-Matten, in denen wiederum die einzelnen Werke miteinander verwoben sind.

Licht-Matten aus Palmblätter und LED

So sind erstaunliche Kronleuchter entstanden, die die visuelle Sprache der Aborigines verkörpern und dabei auch die landschaftlichen Besonderheiten der Region zum Ausdruck bringen. Einer der geflochtenen Leuchter hängt nun in der National Gallery of Victoria (NGV), der andere im PET Lamp Studio in Madrid.

Für Halt sorgen dünne Stahlseile und ein Aluminium-Gewinde. Als Leuchtmittel werden energieeffiziente LED-Lampen eingesetzt. Bis 15. April 2018 wird das Flechtwerk in Down-under im Rahmen der Triennale der NGV neben Ausstellungsstücken von Künstlern aus aus aller Welt gezeigt, etwa der japanischen Ausnahme-Künstlerin Yayoi Kusama.

Verkauft werden Pet Lamps aus verschiedenen Projekten im Online-Shop der Initiative. Faire Löhne und feste Abnahmemengen sollen für finanzielle Sicherheit der lokalen Textilhandwerkern sorgen. Das soziale Engagement soll zudem auf weitere Länder ausgeweitet werden. Auf dem Plan stehen etwa Ecuador, Brasilien, Kenia oder Vanuatu im Südpazifik.

+ Link: Petlamp.org, Alvaro Catalán de Ocón | Foto: (c) Alvaro Catalán de Ocón

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